Die Schulgemeinschaft der AFR trauert um ehemaligen Schulleiter Franz Wesker

Eine besondere Beziehung zur Schule gab es für Franz Wesker schon immer: Als Kind eines Schulhausmeister-Ehepaares erlebte er von klein auf, dass eine Schule keine reine Lernanstalt sein darf, sondern einen Lebensraum darstellen muss, in welchem Jugendliche Wertschätzung und Gemeinschaft erleben.

Aus diesen Erfahrungen heraus verfestigte sich der Berufswunsch Lehrer. Sieben Jahre lang leitete Wesker zuletzt die Angela-Fraundorfer-Realschule in Aiterhofen; nur acht Jahre nach dem Eintritt in den Ruhestand 2013 erlag er nun 72-jährig seiner schweren Krankheit.

Bereits kurze Zeit nach Aufnahme seiner Lehrtätigkeit 1985 an der AFR in den Fächern Betriebswirtschaftslehre/Rechnungswesen, Wirtschaft und Recht sowie Sozialkunde und Informatik übernahm Wesker wichtige Aufgaben an der kirchlichen Realschule: Er rief die Mitarbeitervertretung ins Leben und war auch deren langjähriger erster Vorsitzender. Als Beratungs- und Verbindungslehrer kümmerte er sich mit großem Einfühlungsvermögen um die Belange der Schülerinnen; in seiner Funktion als Systembetreuer initiierte er die Schaffung von modernen Computerräumen.

Nach drei Jahren als Konrektor wurde Franz Wesker 2006 die Führung der kirchlichen Realschule anvertraut. Als Leiter der damaligen Mädchenschule mit integriertem Internat engagierte er sich mit großem Einsatz: Gemäß seiner Überzeugung, dass Respekt und wertschätzende Förderung immer im Vordergrund stehen müssen, prägte sein Stil eines Miteinanders auf Augenhöhe in besonderer Weise das Leben in der Schule. Selbstverständlich war für ihn, dass neben Schülern und Lehrkräften auch Reinigungspersonal und Hausmeister Anerkennung für ihre Arbeit erfahren sollten. Geradezu legendär wurde sein stets einsatzbereiter Werkzeugkoffer im Direktorat: Wesker war sich nicht zu schade, kleinere Reparaturen auch selbst durchzuführen.

Neben der Schule engagierte sich der begeisterte Hobbysportler und Inhaber des Allgemeinen Übungsleiterscheins in verschiedenen Vereinen. Dabei übernahm er auch in Vorstandspositionen Verantwortung, beispielsweise als 1. Vorsitzender des Straubinger Volleyballclubs. Ausgleich fand er auch beim Schreiben von oft humorigen, immer aber gekonnten Gedichten. Seiner bescheidenen Art gemäß gab es dabei „keinerlei Anspruch auf einen literarischen Wert“. Dichterischen Esprit zeigte Wesker zudem bei seinen kurzweiligen Abschluss- und Verabschiedungsreden an der Schule.

Bei seiner eigenen Verabschiedung in den Ruhestand 2013 dankten die Schülerinnen Franz Wesker für sein mitfühlendes und fürsorgliches Auftreten: „Sie waren wie ein Vater“. Wesker selbst wiederum durfte immer auf die Unterstützung seiner Familie, allen voran seiner Frau Renate, bauen. Sein Zuhause konnte er deshalb stets als „kraftspendendes Refugium für seine intensive Arbeit“ wahrnehmen: War er doch stets der Erste am Morgen und der Letzte, der am Abend das Gebäude verließ.

Der Schulfamilie bleibt Franz Wesker als ein leidenschaftlicher Pädagoge in Erinnerung, dem es beispielhaft gelungen ist, mit besonnener Art zuzuhören, Vertrauen zu schaffen und Menschlichkeit wahr werden zu lassen.

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