Kunstkalender

Wenn man auf etwas wartet, dann hilft oft ein Kalender, so wie bei Weihnachten der Adventskalender. Weil nicht Weihnachten ist und weil niemand weiß, wann das Ende der Warterei sein wird, gibt´s einen Kunstkalender mit unbestimmtem Ende:
Jeden Tag ein Kunstwerk aus der Kunstgeschichte mit einer Beschreibung, mit einer Idee zum Forschen oder selbst gestalten – alles natürlich freiwillig!

Caspar David Friedrich artist QS:P170,Q104884, Caspar David Friedrich – Frau am Fenster – Google Art Project, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Gute Aussichten!
Caspar David Friedrich, der wichtigste deutsche Maler zur Zeit der Romantik, war ein sehr unglücklicher Mensch, aber mit seiner Kunst hatte er großen Erfolg und konnte davon gut leben.
Sehr oft malte er Landschaften und Menschen von hinten. Es heißt, er konnte sie nur schlecht von vorne malen, aber das stimmt wohl nicht. In seinen Gemälden hat alles eine symbolhafte Bedeutung. Die Menschen auf den Bildern zeigen oft den Rücken, damit man sich besser in sie hineinversetzen kann. Wer sich das Bild anschaut, sieht dann dasselbe wie der Mensch auf dem Bild. Schaut der Mensch nach vorne, dann schaut man gemeinsam mit ihm auf den Weg des Lebens, den der Mensch noch vor sich hat.
Was sieht die Frau wohl von ihrem Balkon aus? Was hat sie noch vor sich?

Es bleibt spannend, was wir noch vor uns haben, aber das sind ja erst mal die Osterferienferien. Sie werden heuer anders sein als sonst: Kein Urlaub, keine Freunde treffen, keine Fußballspiele usw.
Aber es wird sich auch wieder ändern und alles wird wieder möglich sein.
Anders als der unglückliche Caspar David Friedrich sind wir voller Zuversicht und Vorfreude.
Man kann sich über klitzekleine Dinge freuen, z.B. über eine Feder, die der Wind in euren Garten geweht hat, über einen Wanderstein, einen Raubvogel vom Auto aus beobachtet oder über einen kleinen Zettel eines Guerilla- Künstlers.

Auf was freust du dich am allermeisten, wenn unser Leben wieder normal sein wird?

Tipp: Male, zeichne, klebe (Collage) ein Bild davon, auf was du dich am allermeisten freust und klebe ein Foto von dir von hinten auf.

Der Titel soll sein: Gute Aussichten
Schicke ein Foto Deines Werks an :
kunst@angela-fraundorfer-realschule.eu


Piet Mondrian artist QS:P170,Q151803, Piet Mondrian, 1942 – Broadway Boogie Woogie, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Was soll ich denn nur malen?

Der niederländische Maler Piet Mondrian lernte an der Kunsthochschule alle Arten der Malerei, selbst mit dem Pointillismus beschäftigte er sich (die Kunstrichtung kennst du ja schon). Aber das alles langweilte ihn irgendwann. Bildmotive empfand er als Zwang und er entwickelte eine neue Richtung, den Konstruktivismus. Das Wort „konstruieren“, welches man aus dem Geometrieunterricht kennt, steckt da drin.
Piet Mondrian verwendet nur noch rechteckige Flächen verschiedenster Größen in den drei Grundfarben, dazu schwarz und weiß.
Man könnte glauben, dass so ein Bild langweilig erscheinen könnte, aber das stimmt ganz und gar nicht. Es gibt Millionen von Möglichkeiten der Anordnung.
Sein letztes Bild heißt „Victrory Boogie Woogie“. Es ist nicht fertig geworden, obwohl er zwei Jahre daran gearbeitet hat. 1944 verstarb Piet Mondrian in New York.
Trotzdem hängt das Bild in Den Haag im Museum.
Betrachtet man das Bild, so wirkt es freundlich, beschwingt und bewegt, eigentlich wie gemalte Musik. So soll es auch sein: Boogie Woogie ist Musik, die du dir unbedingt anhören solltest, um das Bild zu verstehen.

Tipp: Wenn du Tonpapier oder Buntpapier zu Hause hast, dann schneide dir Rechtecke in den Grundfarben in unterschiedlichen Größen aus, je mehr, desto besser. Aus schwarz schneidest du Streifen unterschiedlicher Länge. Auf einem weißen Blatt ordnest du die Flächen und Streifen an. Probiere unterschiedliche Möglichkeiten. Wenn du die für dich beste Konstruktion gefunden hast, klebe sie auf.
Solltest du kein Buntpapier haben, dann kannst du das ganze Bild malen.
Nimm ein weißes Blatt, Bleistift und Lineal und zerteile das Blatt in unterschiedlich große Flächen und Streifen. Danach bemale die Flächen in den Grundfarben, es dürfen weiße Flächen bleiben. Die Streifen sollen schwarz sein.
Welchen Titel gibst du deinem konstruktivistischen Bild.
Schicke ein Foto Deines Werks an :
kunst@angela-fraundorfer-realschule.eu

Holländische Künstler haben versucht, das Bild von Mondrian nachzumalen. Dazu gibt’s einen sehr interessanten Film:
https://www.zdf.de/kultur/kulturdoku/geheimnis-der-meister-mondrian-102.html#xtor=CS5-95


 

Foto: M. Dobler
Guerilla- Kunst

Guerillakämpfer sind Widerstandskämpfer. Das hört sich jetzt wirklich nicht gut an, eher nach Krieg. Und das in Zusammenhang mit Kunst? Sehr seltsam!
Nein, kein Krieg, es ist echt cool und lustig. Die Guerilla- Kunst findet im „Untergrund“ statt und ist Kunst, die man den Menschen sozusagen aufdrängt. Graffiti ist Guerilla-Kunst, wenn sie (auf genehmigten Flächen) gut gemacht ist, ansonsten ist sie Sachbeschädigung. Du kennst ja bereits Banksy.
Es ist keine Museumskunst, trotzdem soll sie die Denkweise der Menschen beeinflussen oder sie einfach erfreuen. Oft ist Guerilla- Kunst versteckt und man trifft rein zufällig auf sie.
Auf dem Bild siehst du, wie aus einer Klingel durch Anbringen eines Mundes plötzlich eine Frau wird.
Auch Text kann Guerilla- Kunst sein.
Tipp: Los geht´s!
Augen/Lippen zeichnen, ausschneiden und mit Tesa an Gegenständen anbringen.
Post it – Zettel mit lieben Worten oder kleinen Bildern beschriften/bemalen, in Küchenkästen oder unter Toilettendeckel kleben.
Solltest du in einem Mehrfamilienhaus wohnen, umso besser: Schmeiß Kunstwerke oder liebe Worte in die Briefkästen.
Bemale oder beschrifte Steine mit netten Worten und lass sie beim nächsten Spaziergang irgendwo fallen (Markus aus der 5. Klasse bemalt selbst Wandersteine).
Bastle Papierflieger mit netten Worten versehen und lass sie in den Nachbargarten fliegen.
Für Mutige. Handy mit deiner Lieblingsmusik, Kopfhörer – stell dich auf den Küchentisch und tanze!
(Ach, wie schön die verwirrten Augen der Zuschauer!!!)

Wichtig: Alles ist streng geheim!!!!!!!!!!!!!!!
Schicke ein Foto Deines Werks an :
kunst@angela-fraundorfer-realschule.eu


anonym, Jonas-und-der-Wal, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons
Festsitzen

Jona und der Wal

Die Geschichte stammt aus dem Alten Testament. Jona war ein Prophet und wurde von einem Wal verschluckt. Wie es dazu kam, könnt ihr euch unten ansehen. Auf alle Fälle musste er drei Tage und drei Nächte im Walbauch verbringen, bis ihn das Tier wieder ausspuckte.
Wärst du eigentlich darauf gekommen, dass das Tier auf dem Bild ein Wal sein soll? Sicher nicht!
Vielleicht denkst du jetzt, dass der unbekannte Maler auch noch richtig unbegabt war.

Das stimmt aber nicht, er hat einfach noch nie in seinem Leben einen Wal gesehen. Die Geschichte aus der Bibel und vielleicht mündliche Erzählungen über dieses Tier haben sein Bild von einem Wal im Kopf entstehen lassen.
Auch wenn du noch nie einen Wal gesehen hast, weißt du aber trotzdem, wie er aussieht. Für unsere Bilder im Kopf sind Fernsehen und Internet zuständig.

Irgendwie sitzen wir alle, ähnlich wie Jona, fest und haben Zeit, um nachzudenken. Nun ja, ein Walbauch ist sicher ziemlich glitschig und stinkig, da ist unsere Wohnung oder unser Haus schon viel gemütlicher.

Tipp: Male oder zeichne dich im Bauch eines Wals. Aber nicht im glitschigen, sondern in einem gemütlich eingerichteten Walbauch, der deinem Zimmer ähnelt. Was machst du dort gerade? Computer spielen, Hausaufgaben, lesen im Bett, …
Übrigens kann man in unserem Walbauch Bilder aufhängen, Möbel aufstellen und Licht anmachen.
Schicke ein Foto Deines Werks an :
kunst@angela-fraundorfer-realschule.eu


Fotos: M. Dobler
Lost Places
Verlassene Orte
Fragst du dich auch manchmal, was die Möbel und Gegenstände in eurer Wohnung machen, wenn ihr nicht zu Hause seid? Oder was ist, wenn in dem Haus zum Beispiel gar niemand mehr wohnt?
Viele Fotografen befassen sich mit dem Thema „Lost Places“. Es können Häuser, Wohnungen, Ställe, Hallen, aber auch Landschaften sein, die sich selbst überlassen sind.
Manchmal sehen diese Plätze so aus, als wären die Bewohner gerade im Augenblick weg gegangen, manchmal als wären sie schon 100 Jahre verlassen. Keiner kümmert sich mehr oder benutzt irgendetwas.
Sicher warst du schon mal an einem solchen Platz. Vielleicht auf einer Burgruine. Wenn man genau „hinhört“, erfährt man das ein oder andere Geheimnis dieses Ortes.

Auf den Bildern seht ihr ein Haus, der seit einem Jahr verlassen ist, aber jedes Bild erzählt eine Geschichte.

Gib in die Suchmaschine „Lost Places“ ein. Du wirst beeindruckende Bilder sehen.

Tipp: Zurzeit ist eure Wohnung alles andere als verlassen, aber sicher gibt es bei euch auch Orte, an denen sich gerade niemand befindet. Schleich dich ganz leise hin und fotografiere eure „Lost Places“.
Besonders interessant sind Keller und Speicher, aber auch ein Blick in Schubladen, Schränke oder unters Bett hat seinen Reiz.
Bearbeite deine Fotos auf dem Handy oder Computer und sende sie an die Schule.
kunst@angela-fraundorfer-realschule.eu


Georges Seurat, Paysage à Port-en-Bessin, Normandie (Seurat), als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Punkt, Punkt, Punkt, …
Wer macht schon gern Fleißarbeit?
Der Maler Georges Seurat gehört zu diesen seltsamen Menschen. Schau dir die Landschaft genau an:
Das Bild ist aus lauter Punkten aufgebaut. Aber warum?
Nun, er studierte an der Kunsthochschule. Zeichnen nach der Natur, klassische Malerei und Skulptur wurden dort unterrichtet. Aber das reichte dem jungen Maler nicht. Durch die Beschäftigung mit Farbenlehre kam er auf die Idee des Pünktchen-Malens, genannt „Pointillismus“:
Die Grundfarben rot, gelb und blau erreichen das Auge mit unterschiedlichen Wellenlängen und werden erst auf der Retina (Netzhaut) des menschlichen Auges miteinander vermischt. Die menschliche Wahrnehmung verbindet die Tupfen zu unterschiedlichen Farbflächen. Seurats Idee war, die Farben nicht auf seiner Palette zu mischen, sondern kleine Tupfer der Grundfarben und Komplementärfarben (Farben 2. Ordnung – Erinnert euch an den Farbkreis von Johannes Itten. Ihr wisst das!) dicht nebeneinander auf den Maluntergrund zu setzen. Übrigens verbannte Seurat Schwarz.
1891 starb Georges Seurat mit 31 Jahren.
Und weil nicht viele Künstler gern Fleißarbeit machen, verschwand die Kunstrichtung des Pointillismus recht schnell wieder.

Tipp: Fleißarbeit ist angesagt! Schau aus dem Fenster und wähle hier dein Motiv. Landschaften sind zum Start ratsam.
Mit Malkasten: Du brauchst entweder einen feinen Haarpinsel (das sind die spitzen Pinsel) oder Wattestäbchen oder Holzstäbchen
Mit Farbstiften: Farbstifte
Jetzt geht es los: Punkt, Punkt, Punkt, …

Schicke ein Foto Deines Werks an :
kunst@angela-fraundorfer-realschule.eu


ManuelarosiAlexander Calder. MobileCC BY-SA 3.0

Wie von Geisterhand bewegt…
Ein Mobile!
Das Wort „Mobile“ kommt vom lateinischen Wort „mobilis“. Es bedeutet beweglich, veränderlich, biegsam.
Über Kinderbetten hängt man Mobiles. Die Babys werden allein vom Betrachten ruhiger, denn ein Lufthauch genügt, um alles in Bewegung zu bringen und zu verändern.
Mit dem Amerikaner Alexander Calder haben die Mobiles Einzug in die Kunst gehalten. Ab 1932 hat er ganz viele gebaut. Es gibt sie in allen Größen und unterschiedlichsten Formen. Dabei spielt auch die Farbkombination eine große Rolle.
Tipp: Du brauchst einen Kleiderbügel (vielleicht aus Draht), Draht, eine Zange, Pappe, Schnur, Faden, dünne Holzstäbe, unterschiedliche Gegenstände
Jetzt kannst du dein künstlerisches Mobile gestalten.
Entweder du schneidest aus Pappe Formen aus, bemalst sie nach deinem Farbkonzept und tüftelst dann aus, wie man die Formen anordnen muss, damit das Mobile im Gleichgewicht bleibt. Eine andere Idee wäre, das Mobile aus unterschiedlichen Materialien zu gestalten. Vieles findest du im Recyclingmüll: Aludeckel vom Joghurtbecher, Plastikfolien, Papier (zerknüllt), Weinkorken, …
Wenn es zu kompliziert wird, das Mobile ins Gleichgewicht zu bringen, dann binde alle Formen oder Gegenstände an unterschiedlich lange Fäden und befestige sie an einem Kleiderbügel.
Schau dir die Mobiles von Alexander Calder im Internet an, sie sind einfach zauberhaft!
Schicke ein Foto Deines Werks an :
kunst@angela-fraundorfer-realschule.eu

Titian artist QS:P170,Q47551 (https://commons.wikimedia.org/wiki/File:Tizian_086.jpg), „Tizian 086“, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons: https://commons.wikimedia.org/wiki/Template:PD-Art-YorckProject

Was hebt sie nur, die feine Dame?
Siehst du, sie schaut dich direkt an. Ihr Blick sagt: „Schau, was ich da Interessantes trage.“
Sie wirkt ein stolz und entschlossen.
Durch Weglassen entstehen Geheimnisse – ihr Geheimnis.

Tipp: Druck dir das Bild aus und ergänze, was sie, deiner Meinung nach, so Interessantes trägt.
Du kannst es malen, zeichnen oder als Collage kleben.

Schicke ein Foto Deines Werks an :
kunst@angela-fraundorfer-realschule.eu

Übrigens: Die Auflösung des Geheimnisses kommt die nächsten Tage….


Wmpearl, ‘White Field’ by Günther Uecker, Tate Modern, CC0 1.0

Wer klopft denn da?

Das heutige Bild ist sehr „anders“. Es ist nicht gemalt, nicht gezeichnet und eine Collage ist es auch nicht. Es ist gehämmert: Ein Nagelbild!

Günther Uecker hat es gemacht.

Eigentlich funktionieren Nagelbilder wie Zeichnungen: Setzt man die Nägel weit zusammen, wirken die Stellen dichter, somit dunkler. Umgekehrt: Je mehr Abstand der Nägel, je lichter, also heller die Stellen.
Dazu kommt, dass die Nägel, abhängig von der Beleuchtung, Schatten schlagen. Diese Bilder können sich also mit der Tageszeit verändern.

Mit 14 Jahren war Günther Uecker der „Mann im Haus“, sein Vater war nämlich im Krieg. Günther Uecker schütze seine Mama und seine Schwestern, indem er vor alle Fenster Holz nagelte. Die Familie verbarrikadierte sich. Das hat geklappt und der junge Günther Uecker war mächtig stolz auf sich.
Die Erinnerung hat sich bei Günther Uecker fest eingegraben. Später an der Kunsthochschule lernte er ganz genau Malen und Zeichnen, aber schon bald begann er mit den Nagelbildern.
Jetzt ist Günther Uecker 90 Jahre alt. Er ist sehr berühmt.

Tipp:
Es gibt verschiedene Möglichkeiten
Du brauchst:
A) Holzplatte, weiße Farbe, Nägel, Hammer, Eltern mit guten Nerven

Wenn du ein typisches Uecker- Bild gestalten willst, dann solltest du dir eine Holzplatte weiß anmalen (wegen der Schatten- du weißt schon). Überlege dir, an welchen Stellen die Nägel dichter sein sollen, an welchen mehr zerstreut.
Du kannst experimentieren: Was passiert mit dem Bild, wenn die Nägel unterschiedlich hoch aus der Platte schauen…

B) Es muss keine Holzplatte sein, ein Brett oder ein Holzscheit funktioniert auch. Du musst dein Holz auch nicht unbedingt weiß bemalen. Bei einem Holzscheit kann es ein dreidimensionales Objekt werden

C) Wenn dir das alles zu abstrakt ist, dann zeichne auf ein Holzbrett (bemalt oder nicht) einen Gegenstand auf. Schlag an den Umrissen des Gegenstandes Nägel ein und verbinde sie anschließend mit bunter Wolle.

Schicke ein Foto Deines Weks an :
kunst@angela-fraundorfer-realschule.eu


Vincent van Gogh artist QS:P170,Q5582, Vincent van Gogh – Self portrait with bandaged ear F529, als gemeinfrei gekennzeichnet, Details auf Wikimedia Commons

Wem hat van Gogh sein Ohr geschenkt?
„Vergangenen Sonntag, um halb 12 am Abend, ist ein gewisser Vincent van Gogh, Maler, aus Holland kommend, ins Maison de la Tolerance Nr. 1 gekommen, hat eine gewisse Rachel verlangt und ihr sein Ohr übergeben, indem er sagte: „Bewahren Sie diesen Gegenstand sorgfältig auf“. Darauf ist er verschwunden.“
Dies meldete die Lokalzeitung im südfranzösischen Arles am 30. Dezember 1888. Die Polizei sei informiert worden und habe den armen Mann am nächsten Morgen ins Krankenhaus gebracht.
Der Bericht schildert die Tat eines Verzweifelten. Der Maler Vincent van Gogh hat sich selbst in einem Streit mit seinem Künstlerfreund Paul Gaugin das linke Ohr abgeschnitten. Gerade mal überlebt malte er sich mit Verband.
Das Bild heißt: Selbstbildnis mit verbundenem Ohr (1889)
Wir wissen nicht, ob sich die Frau „Rachel“ über das Ohr gefreut hat und was sie damit getan hat. Das Ohr ist jedenfalls seitdem verschwunden. Meine Meinung: Es gibt deutlich bessere Geschenke.
Frage: Warum ist der Verband in van Goghs Selbstbildnis rechts?
Tipp: Verkleide dich wie van Gogh. Vielleicht kannst du auch noch dein linkes Ohr verbinden. Achte darauf, den Hintergrund wie auf dem Selbstbildnis zu gestalten. Jetzt machst du Selfies von dir. Probiere es mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken aus.
Schicke Dein Werk an :
kunst@angela-fraundorfer-realschule.eu